BuchcoverPapa, erklär mir die Welt, ich erkläre dir meine
Preis
11,99€
Autor

Pierre Franckh

Julia Franckh

Format
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag
Pattloch
ISBN
ISBN-10: 3629013597
ISBN-13: 978-3629013590
Andere Formate

Papa, erklär mir die Welt, ich erkläre dir meine

Die drängenden Fragen meiner 13-jährigen Tochter Julia nehme ich zum Anlass, eine Brücke des Wissens, der Weisheit und der Lebenserfahrung zwischen zwei Generationen zu schlagen.

Dabei geht es um alltägliche Dinge wie Geld, Liebe und Beruf ebenso wie um Fragen, die den Sinn des Lebens berühren. Ich antworte mit Herz und Verstand – ganz subjektiv und doch voller Verantwortung für einen jungen Menschen, der seinen eigenen Weg in die Zukunft sucht.

Und plötzlich erfahre ich, dass ich eigentlich der Lernende bin. Mit den Augen meiner Tochter ist die Welt so viel schöner, purer und lebendiger.

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Inhaltsverzeichnis

VORWORT
7
1. ZARTE BANDE
Wie hast du dann überhaupt eine Freundin bekommen?
11
2. WAHRE LIEBE
Alles ist fließend und ruhig und wunderschön
21
3. SEX UND HEISSE GEFÜHLE
Wer hat dich eigentlich aufgeklärt? Und war das auch so peinlich?
31
4. ERWACHSEN WERDEN
Manchmal bin ich schon 12, und manchmal bin ich erst 12. Wie soll man sich da auskennen?
44
5. EINEN BERUF FINDEN
Es ist ganz egal, was du tust, wenn du es nur mit Spaß machst
60
6. ABSCHIED UND NEUE BINDUNG
Aber Ihr lasst euch nicht irgendwann mal scheiden?
70
7. ZOFF
Erwachsene sind eben auch nur Menschen
78
8. KINDERGEDANKEN
Wir sind kleinere Menschen, aber wir haben auch Gefühle
84
9. Geheimnisse und andere Wahrheiten
Wird einem beim schwindeln schwindlig?
94
10. ERZIEHUNG/SCHULE
Wenn du uns nicht erziehen würdest, Julia!
104
11. TV
Lehrmeister oder Zeitfresser?
118
12. GELD UND REICHTUM
Ohne Moos nix los?
127
12. SCHÖNHEIT, GLÜCK & SINN
Suche nicht nach dem Sinn des Lebens. Gib ihm einen.
143

Mehr über das Buch

Dieses Buch liebe ich noch heute. Es wäre einfach nur wundervoll, wenn wir uns diesen Blickwinkel auf die Welt aufrecht erhalten könnten.

Vorwort

Pierre

Als mir der Verlag dieses Buch vorschlug, war ich begeistert. Eine ganz ähnliche Idee schwirrten Julia und mir schon seit zwei Jahren durch den Kopf.

Mit Begeisterung begannen wir mit der Struktur des Buches. Doch sehr bald stellten wir fest, dass in ganz vielen Dingen sie bereits eine feste und fertige Meinung besaß. Allerdings unterschied sie sich in so manchem meiner Auffassung. So wie Julia die Welt sah und in eine ganz eigene Ordnung, nämlich ihrer eigenen, verpackte, ergab durchaus Sinn. Wenn auch eine verblüffende. Ihre Logik hatte aber durchaus ebenso Bestand. Meist machte ihre Sicht der Dinge wesentlich mehr Spaß. Schon bald begann ich ihrer Logik zu folgen und siehe da, alles machte Sinn.

Die Welt ist bunter und fassettenreicher als wir glauben. Vor allem aber poetischer.

Danke für den Blick durch deine Augen.

Danke an den Verlag, dass ich soviel Zeit hatte mich und meine Tochter genauer zu entdecken. Vieles hatte ich in der Schnelligkeit der Welt gar nicht mehr  wahrgenommen.

Waren Julia und ich schon sehr nah, hat sich dennoch durch das Buch für mich noch eine neue Welt geöffnet.

Allein durch das Nachdenken der vielen Fragen habe ich wieder gelernt, mit den Augen eines Kindes zu sehen.

Ich brauch kein Vorwort

Julia

Erwachsene haben keine Ahnung. Das wäre schon in Ordnung. Damit kann man klar kommen. Viel schlimmer ist, dass sie es nicht bemerken. Und so plappern sie das nach, was andere Erwachsene ihnen irgendwann gesagt haben. Wissen nennen sie das.

Auf Kinder hört keiner. Im Gegenteil, wir sollen so werden wie sie. Also ernster und langweiliger.

Dabei ist doch alles so klar. Zumindest vieles. Na ja, vielleicht nicht alles. Na gut, manchmal ist es ganz ok wenn man sie etwas fragt. Nur!! Sie hören gar nicht mehr auf. So stolz sind sie, dass ihnen endlich jemand zuhört.

Aber meistens ändert sich das ziemlich schnell. Vor allem bei Fragen, die sie selbst betreffen. Erst recht, wenn man sie kritisiert. Dann belehren sie nur noch. Bis der Punkt kommt, wo sie nur noch die Fehler sehen, die man angeblich selber macht.

Papa, wir schreiben das Buch, aber da habe ich gleich mal die erste Frage. Warum soll ich Ordnung halten, wenn du es selber nicht schaffst.

Pierre
Ich unordentlich? Kann doch gar nicht sein! Na ja – vielleicht hast du recht, ich gebe mir jedenfalls Mühe. Gut, dass du mir ein bisschen heftiger auf die Finger schaust. Ich bin ja lernfähig. Es gibt ein lustiges Sprichwort: »Erziehung haben wir aufgegeben. Es macht keinen Sinn. Die Kinder machen einem doch alles nach.« Das finde ich toll!

 

 

Kinder sind die größten Lehrmeister.

Weißt du, was ich von euch Kindern glaube? Kinder sind für uns Erwachsene die größten Lehrmeister.

Wo oder wann –.wirst du fragen.

Vor allem wenn es um Freude geht. Kinder haben Spaß ohne Ende! Selbst wenn sie erschöpft am Boden liegen, Kitzeln geht immer noch. Kinder lieben bedingungslos. Wenn Kinder uns ihre Liebe versagen, haben wir alles falsch gemacht. Dann haben wir uns zu lange der Liebe verschlossen und sie zu oft abgelehnt, bis sie groß genug sind uns abzulehnen.

Kinder lieben es zu lachen. Kinder wollen nicht ins Bett, weil das Leben viel zu aufregend ist. Kinder wollen nicht aus dem Bett, weil die Träume viel zu spannend sind. Das ganze Leben ein Spiel. Alles aus purer Freude. Essen, trinken, anziehen, laufen, toben, schreien, kämpfen, raufen, alles Ausdruck reinster Lebensfreude.

Ehrlich. Es macht Spaß ein Kind zu sein. Sorry – es macht mir Spaß ein Kind zu sein. Durch dich, Julia, hab ich es wieder entdeckt. Hatte ich so lange vergessen. Durch den Ernst des Lebens.

Aber wer hat den Ernst erfunden? Wieso hat der Spaß sich aus dem Staub gemacht?Arbeiten ist unerträglich. Es sei denn, es kommt Spaß hinzu. Menschen, die unter der dauernden Abwesenheit von Spaß arbeiten, sind definitiv im falschen Job.

Alles macht Spaß. Die fünf Zehen, die nicht alle in der Socken bleiben – Mhm. Einer kuckt schon wieder raus. Der Regen der einen völlig durchnässt. Dann kann man auch durch Pfützen tanzen.

In der Badewanne, wenn zwei Schwämme um ihr Leben kämpfen.

Alles macht Spaß. Der Gartenschlauch geht ja bis zur Michaela auf die Terrasse, die sich gerade sonnt. Was macht der denn da? Ein Schlingel, dieser Schlauch. Jetzt aber schnell weg. Zwei Knoten in die Schuhe und den Wecker vorgestellt. Noch schnell ein Pup unter die Decke.

Mit den Augen eines Kindes gibt es unglaublich viel zu entdecken: Der Sonnenaufgang, der sich tatsächlich nach der Uhr richtet. Der dritte Schokoladenkuchen, der wirklich schwer im Magen liegt, weiche Marshmellows über dem Bunsenbrenner, Federball mit alten Socken, die Katzen frisieren, kochen auf Rollerblades, die »Sendung mit der Maus« und den Berichten, wie man Tapeten macht, die »drei Fragezeichen« anhören, im Keller alte Sachen entdecken, Carokaffee im Baumhaus, der kleine Zettel unter dem Kopfkissen: »Ich hab dich lieb«.

Nein, ich will nicht wieder ein Kind sein. Ich will wie ein Kind sein. Mit den Augen eines Kindes macht das Leben wieder Spaß.

So ein Sonntag geht viel zu schnell vorbei. Morgen wird man mich wieder fragen, warum ich so lächele. Nein, ich bin nicht frisch verliebt. Ich lebe. Ich bin ein Kindskopf. Ich bin albern. Ich bin vergnügt. Und wenn ihr noch weiter so viel Dummes fragt, spritz ich euch mit dem Strohhalm voll.

Sex & Heisse Gefühle

Wer hat dich eigentlich aufgeklärt? Und war das auch so peinlich?

? Warum werden Erwachsene eigentlich immer so ernst beim Sex?

Julia! Jetzt bin ich aber geschockt. Hast du denn schon welche gesehen?

? (lacht) Nein, ich meine, wenn man mit ihnen darüber redet. Warum spricht man nicht mit Kindern über Sex?

Na, ganz einfach: weil die Großen solchen Schiss davor haben! Früher – das kannst du dir nicht vorstellen – hat man überhaupt nicht von Sex gesprochen. Als ich so alt war wie du, war es regelrecht tabu. Da wurde immer nur heimlich darüber getuschelt. Heute ist man natürlich viel freier und offener. Aber du musst bedenken, dass die Kinder von damals die Erwachsenen von heute sind. Die meisten dieser heutigen Erwachsenen sind damals sehr streng erzogen worden. Und das ist eben der Grund, warum viele auch heute noch nicht locker darüber reden können. Sie haben es einfach nicht gelernt.

? Ich hab mir schon so was gedacht. Sonst müsste es ja in der Schule keinen Aufklärungsunterricht geben, wenn die Kinder von den Eltern schon alles gehört haben.

Da hast du recht. Aber auf diese Weise haben alle Kinder die gleichen Chancen zu erfahren, wie das eigentlich so geht mit dem Sex und welche Gefahren lauern. Auch die Kinder von etwas verklemmten Eltern.

? Das habe ich schon gemerkt, dass nicht alle Eltern so offen darüber reden wie du und Mama. Aber selbst wenn die Erwachsenen nicht darüber reden, ist doch Sex für Erwachsene auch sehr wichtig, oder?

Auf jeden Fall.

? Aber warum ist Sex denn so wichtig?

Sexualität ist eine der größten und mächtigsten Erfahrungen, die wir machen können. Daher ist es auch für Erwachsene ständig ein Thema. Sie denken ganz viel daran, träumen davon, freuen sich drauf oder haben Angst davor – auch wenn sie nicht darüber reden können und so tun, als würden sie im Leben nicht auf solche Gedanken kommen. Alle tun das, verlass dich drauf.

? Seid ihr Erwachsenen komisch. Da gibt´s was, das schön sein soll – und dann darf nicht offen darüber geredet werden.

Auszug aus dem Buch
Wie hast du eigentlich Mama kennengelernt?

Geschätze Lesezeit: 6 Minuten

Verliebt

? Papa, woran merkt man eigentlich dass man verliebt ist?

Naja, wenn du zum Beispiel schon mal probiert hast, wie dein Vorname und sein Nachname zueinander passen.

?(kichert) Und wie noch?

(überlegt) Du hast die Handynummer herausgefunden und eine SMS geschrieben, aber traust dich nicht sie abzuschicken.

? (lacht) Und was ist, wenn du extrem wütend wirst, wenn du seine Ex auf der Straße siehst?

Das ist ein ganz sicheres Zeichen. Oder wenn es dir weh tut, wenn deine Freundin etwas Abfälliges über ihn sagt.

? Und morgens nach dem Aufwachen geht er dir sofort durch den Kopf.

Oder wenn du bei ihm nur blödsinniges Zeug stammelst.

? Wenn man dauernd neben dem Telefon sitzt…

…und überprüft ob es auch nicht kaputt ist.

? Wenn man mehr an ihn denkt, als an sich.

Und wenn man stundenlang mit ihm schweigen kann und trotzdem glücklich ist. Ich glaube das alles sind ganz sichere Zeichen, dass da irgendwas im Busch ist. Verliebt sein ist aber auch ganz schön stressig, man kann nicht mehr klar denken und hat keinen Hunger mehr.

? Wem sagst du das.

Bist du verliebt?

? Glaubst du das würde ich zugeben?

(Beide sehen sich eine Weile stumm an. )

Wie zeigt ein Mädchen eigentlich heute, dass es verliebt ist? Legt es seinen Kopf auf seine Schulter und …?

?(altklug) Papa, das Klein-Mädchen-Gehabe mag bei den Eltern ziehen, bei den Jungs bringt das gar nichts.

Aha. Was macht ihr denn dann?

? Was mich vielmehr interessiert, woran merkt man, wann ein Junge in dich verliebt ist? Oder sagen wir mal an dir interessiert ist?

Das ist nicht immer so leicht. Jungs zeigen ihr Interesse völlig anders. Irgendwie cooler. Manchmal flirten sie so cool, dass man es als Mädchen fast überhaupt nicht erkennen kann, dass sie Interesse anmelden. Sie machen zum Beispiel doofe Sprüche.

?Ja supercooldoofe.

Oder sie raufen mit jemandem direkt vor deiner Nase, um dir zu zeigen wie stark sie sind. Oder sie rempeln oder ärgern dich. Zuneigung zeigt sich manchmal ganz seltsam.

? Also stimmt es doch, was ich liebt das neckt sich.

Was ist denn für dich ein sicheres Zeichen, dass ein Junge auf dich steht?

?Indem er mich dauernd anschaut. Oder ständig in meiner Näher sein will. Wenn ich ihn ansehe, fasst er sich dauernd durch die Haare.

Woran hast du denn gemerkt, dass sich ein Mädchen für dich interessiert hat?

Gar nicht. Als ich in deinem Alter war, hatte ich überhaupt keinen Blick dafür. Du musst wissen, ich war eher schüchtern.

?Du, und schüchtern? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Und wie hast du dann überhaupt ein Mädchen bekommen?

Naja, die Mädchen haben mich bekommen. Mädchen mögen nämlich schüchterne Jungs ganz gerne, sie finden sie süß.

? Stimmt, die mag ich auch viel lieber als die Angeber in der Klasse. Also haben die Mädchen dich angesprochen?

Nein, sie haben eine Freundin vorgeschickt, die mir mal so nebenbei gesagt haben, wer auf mich steht und wo ich total gute Chancen hätte.

? Das machen wir heute auch noch so. Dauernd werden irgendwelche Leute hin und hergeschickt, um mal vorsichtig vorzutasten.

Hat bei dir schon mal jemand vorgetastet?

? Wir reden gerade über dich. Also, wie ist es denn bei dir weitergegangen?

Na ja, ich hab dann einfach oft zu dem betreffenden Mädchen gesehen und wenn sie zurückgeblickt hat, bin ich glaube ich rot geworden. Und dann habe ich es natürlich meistens so organisiert, dass ich immer ganz oft ganz zufällig in ihrer Nähe war.

? Hast du nicht mit ihr gequatscht?

Doch natürlich, reden konnte ich schon immer ganz gut. Aber ich habe immer nur unwichtiges und vor allem unverfängliches Zeug geplappert.

? Du hast sie also nicht gefragt, ob sie mit dir gehen möchte?

Das erste mal woran ich mich noch bewusst erinnern kann, war, dass ich mit ihr auf dem Heimweg war und heimlich meine Hand in ihre geschoben habe. Mein Herz hat geklopft wie wild. Und so sind wir händchenhaltend bis vor ihre Haustüre und haben über ganz unwichtige Dinge geredet. Und ich war so stolz auf mich und unglaublich glücklich.

?Und dann?

Irgendwann habe ich den Arm um sie gelegt. Das fand ich ganz schön mutig von mir.

? Und habt ihr euch geküsst?

Ne, geküsst habe ich eine andere. Aber erst ein halbes Jahr später. Das Händchenhalten ging dann auch schon viel souveräner, auch im Armumlegen war ich ja schon Profi.

? Und dann habt ihr euch geküsst.

Ja, im Treppenhaus bei ihr. Ich war der König im Nachhausebringen, ich hab ein paar Witze gemacht und sie hat gemerkt, dass ich noch was wollte und ist nicht nach oben. Ich habe mir den Mund fusslig geredet, aber dann wusste ich plötzlich nicht mehr weiter, weil ich sie ja küssen wollte und für nichts anderes in meinem Kopf Platz hatte. Ich hab also ziemlich dummes Zeug  rumgestammelt und sie hat nur gegrinst. Und dann habe ich einfach gesagt, dass ich sie unheimlich gerne küssen würde. Und sie hat gesagt, dann mach es doch.

? Und wie alt warst du da?

Ich glaube dreizehn.

? Mit dreizehn hast du das erste mal geküsst?

Na ja, es war nicht so ein richtiger Kuss, mehr ein Schmatzer. Aber damals war es für mich der Superkuss schlechthin.

? Mit dreizehn einen Schmatzer und Herzklopfen, da warst du aber spät dran. Wann war denn dein erster richtiger Kuss?

Steh ich hier im Verhör oder was? Hast du denn schon geküsst?

? Wir reden doch gerade über dich. Also, wann war dein erster richtiger Kuss?

Mit fünfzehn, aber so richtig geknutscht habe ich erst mit sechszehn. Da hatte ich dann auch ein Mädchen mit der ich dann so ganz offiziell ging.

? Und warst du in sie verliebt?

Bis über beide Ohren. Aber sie hatte dann einen anderen Freund und war nicht mehr an mir interessiert.

? Da warst du sicherlich sehr verletzt.

Ja, aber dann war es ein Glück für mich, denn dadurch habe ich Gabi kennen gelernt und mit der war ich fast ein Jahr zusammen. Du siehst, am Anfang ist das ganz schön schwierig mit den ganzen Gefühlen klar zu kommen. Aber im Laufe der Zeit geht das immer besser.

? Na ja, ich weiß nicht, wenn ich mir Erwachsene ansehe, was sie alles tun, wenn sie verliebt sind, …

Verliebt sein ist eben immer was großes.

? Bist du immer noch in Mama verliebt?

Es gibt immer wieder Momente wo ich es bin. Wenn ich etwas Neues an ihr entdecke oder wir uns eine Weile nicht gesehen haben. Bestimmend für uns beide ist aber das tiefe Gefühl, dass wir uns lieben.

Aber jetzt habe ich mal eine Frage an dich. Wie ist das denn bei dir?

? Hast du damals deinen Eltern alles erzählt?

Nee, ich war doch nicht doof. Die hätten alles nur falsche verstanden.

? Eben. Ich bin doch auch nicht doof.

Rezensionen

***** Vertrauen und Offenheit – Vater und Tochter im Gespräch

Rezensentin/Rezensent Wolfgang Haan “Redakteur hoeren-undlesen.de”

So, wie hier Vater und Tochter miteinander umgehen, dürfte der Traum vieler Eltern und/oder Kinder sein. Aber solch ein Verhältnis erreicht man nicht mal „eben so“, in dem man sich diese CD kauft und diese gemeinsam mit seinem Nachwuchs anhört. Das spürbare Vertrauen und die Art, wie die Beiden während dieser Aufnahme miteinander umgehen, zeugen deutlich von einem innigen Verhältnis zwischen Vater und Tochter. Es ist wunderschön, wirkt nicht aufgesetzt oder einstudiert und verleiht dem Hörbuch soviel Leben, dass dem gegen über die Printausgabe wie „Das Wort zum Sonntag“ wirkt.
Klein-Mädchen-Gehabe
Die 13-jährige Julia wirkt reif, aber nicht vorlaut oder altklug und wer selber Kinder in der gleichen Alters- oder Entwicklungsstufe hat, wird vielleicht einige der Fragen wieder erkennen, mit denen Pierre Franckh und selbstverständlich auch andere Eltern heute konfrontiert werden und, leider, manchmal auch völlig überfordert sind. Ein Hoch auf die Erziehungsberechtigten, die es schaffen, beim Thema „Sex“ so relaxt seinem Nachwuchs Rede und Antwort zu stehen und dann nicht beleidigt sind, wenn die Tochter auf die Frage „Und, bist du verliebt?“ zur Antwort erhalten „Meinst Du, das würde ich Dir sagen?“
Aber das Julia eine Antwort schuldig bleibt, kommt selten vor obwohl sie sich häufig eines Tricks bedient: statt von „ihr“ spricht sie häufig von „Mädchen von heute“ oder „wir“ wobei dem Vater solche Ausflüchte selten gelingen, da Julia ihm meistens keine Chance dazu lässt und kokett und schonungslos direkt „und wie ist das bei Mama und Dir“ oder „was haltet ihr davon“ fragt. Erstaunlicher weise gleitet der Text dabei niemals ins Peinliche, Triviale oder Lächerliche ab, obwohl Julia manchmal auf Grund der doch sehr gewundenen Ausdrucksweise ihres Vaters einfach Lachen muss oder einfach nur, weil ihr Vater eine, für die aufgeweckte 13-Jährige, zu naive Vorstellungskraft davon hat, was in Mädchen in diesem Alter vorgeht.
Beispielsweise antwortet sie auf die Frage des Vaters „Wie zeigt ein Mädchen heute, dass es verliebt ist? Legt es z. B. den Kopf auf seine Schulter?“ voller Entrüstung „Papa, das Klein-Mädchen-Gehabe“ zieht vielleicht bei den Eltern. Aber bei den Jungs bringt das gar nix!“
Mama ist auch dabei
Obwohl das Gespräch zwischen Vater und Tochter stattfindet, ist die Mutter ständig präsent. Man spürt in der Art, wie sowohl Tochter als auch Vater/Ehemann den Dialog führen, dass es sich hier um keine Verschwörung innerhalb der Familie handelt, bei der die Mutter ausgeschlossen wurde, sondern häufig wird auf die nicht anwesende Mutter Bezug genommen, so als ob ähnliche Frage schon häufiger innerhalb des Familienverbandes diskutiert wurden.
Obwohl eine ganze Reihe von heiklen Fragen aufgeworfen werden, muss man sich diese Doppel-CD nicht wie Trivial Pursuit vorstellen – Du musst noch würfeln – und jetzt bin ich dran. Nein, es ist ein wirklich klassischer Dialog. Da wird nicht schön ein Satz nach dem anderen gesprochen sondern Julia fällt ihrem Vater schon mal ins Wort oder Pierre Franckh hört irritiert mitten im Satz auf, weil Julia einen ihrer Lachanfälle bekommt oder so herrlich „Ach Papaaaaa“ sagt. Die Lockerheit, die das ganze Hörbuch durchzieht, wirkt nicht aufgesetzt oder gespielt und die Witze und Albernheiten wirken nicht einstudiert, sondern klingen mehr nach Improvisation und Spontaneität. Man darf trotz der ganzen Professionalität der Aufnahme nicht vergessen, dass hier ein 13-jähriges Mädchen „aus dem Nähkästchen“ plaudert. Wenn man an seine eigene Schulzeit zurück denkt und daran, wie ängstlich man vielleicht darauf bedacht war, sich in der Klasse möglichst keinen Peinlichkeiten auszusetzen, so sind manche Stockungen oder Ausflüchte Julias nur zu verständlich und erhöhen den Reiz des ganzen nur noch. Dankenswerterweise vermeidet es Pierre Franckh, seine Tochter in die Enge zu treiben wobei Julia kein Pardon kennt. Es scheint ihr eine diebische Freude zu bereiten, ihren Vater zu Antworten zu „verführen“ und so hört man schon mal fast ein Betteln in der Stimme, wenn ihr Vater zu offensichtlich versucht, ein Thema zu beenden, ohne das Julia mit der Antwort zufrieden ist.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Betrachtet man einfach mal das Cover der CD, weiß man sofort, wer „Der Star“ des Hörbuches ist: Das Photo von Julia Franckh und ihrem Vater weißt die richtigen Proportionen auf. Julia ist im Vordergrund abgebildet und lächelt in die Kamera während im Hintergrund Pierre Franckh über Julias Schulter blickt – gleichfalls lächelnd und, wenn mich nicht alles täuscht, dabei sehr stolz auf seine Tochter blickt. Und dies darf er unbestritten! Dieses Hörbuch zeigt, wie man heute zeitgemäß mit unangenehmen Fragen seiner Kinder umgehen sollte: Offen, erschöpfend, ohne falsche Scham aber, und das scheint mir fast die größte Neuerung dieses Hörbuches, gleichzeitig dem Kind Verständnis für das eigene Handeln zu vermitteln. Klar weiß jedes Kind irgendwo in seinem Köpfchen, dass Mama und Papa auch mal jung waren. Aber wie war das, als diese jung waren. Und hier leistet Pierre Franckh meiner Meinung nach Pionierarbeit, denn er erhebt keinen moralischen Zeigefinger oder versucht, mit der Vergangenheit Fehler zu entschuldigen, sondern völlig wertfrei und nur um der Verdeutlichung der Unterschiede berichtet er von seiner Kindheit. Und er zeigt seiner Tochter, dass er durchaus lernfähig ist, dass nicht nur von der Tochter Verständnis und Rücksichtnahme verlangt wird, sondern dass er willens ist, von seiner Tochter zu lernen und sich in einer für ihn fremden Teenagerwelt zurecht zu finden, dass dies jedoch nur funktionieren kann, wenn man das Vertrauen besitzt, offen mit Fragen und Konflikten umzugehen und keine von beiden Seiten einfach „zu macht“, weil Diskussionen auch unangenehm sein können. Dies gehört einfach zum Erwachsen werden hinzu – und das gilt gleichermaßen für Kinder als auch für Eltern.
(C) Wolfgang Haan

***** nicht einfach nur vorgelesen, mehr!

“Papa erklär mir die Welt ich erklär dir meine”. Noch ein Ratgeber! Diesmal für Kinder! Aber das liebevoll produzierte Hörbuch, erschienen bei der Deutschen Grammophon Literatur, ist mehr als eine simple Lebenshilfe. Der Schauspieler Pierre Franckh und seine Tochter Julia unterhalten sich leicht und spielerisch über die anstehenden Fragen des Lebens: Über das erste Verliebtsein, das erste Rendezvous, über Schule und Beruf, über Ziele und Sehnsüchte. Die Aufnahme, die vermutlich nicht im Studio aufgezeichnet wurde, vermittelt eine authentische Atmosphäre und den Eindruck, man sitzt bei den Franckhs mit auf dem Sofa und könnte sich jederzeit am Gespräch beteiligen. Eine Kissenschlacht mit Vater und Tochter als sogenannter Hidden-Track vervollständigt das Hörbuch. Ein schönes Beispiel dafür, dass ein Hörbuch mehr sein kann als nur gelesene Texte. Bravo!

***** Erwachsene verstehen die Kinder

    In diesem Buch werden wichtige Themen angesprochen und es entsteht eine richtige Möglichkeit, mit unseren Kindern zu reden. Es ist so klasse, wenn ich meinem Mann zusehe, wie er gemeinsam mit unserer Tochter Marlene das Buch liest. Plötzlich haben die Beiden eine viel engere Bindung zueinander aufgebaut, als wäre eine Mauer zwischen den Beiden gefallen. Und es macht ihnen so viel Spaß. Sie reden über Dinge, über die sie normalerweise gar nicht reden würden.. Ein tolles Handwerkszeug, vielen Dank für diese wunderbare Idee…

Eine super Idee und ein Genuss.

Habe dieses Audio-CD zu den alltäglichen Themen des Lebens für meine Nichte gekauft.Auch mit dem Gefühl scheinbar selbst nicht so ganz erklären zu können was wichtig ist und dabei offen, liebevoll und einfühlsam vor allem über Liebe sprechen zu können.
Leider hat in unserer Familie mit den Eltern und der gemeinsamen Kindererziehung nicht alles wie gewünscht geklappt.
Deshalb wohl auch der Wunsch dabei, ihr zu sagen wie es sein kann und was dabei am Wichtigsten ist: Auf sein Herz zu hören.
Das kommt für mich an vielen Stellen immer wieder klar heraus.
Vater und Sohn auf dieser CD ein tolles Team – jeder mit seinen eigenen Ansichten und ganz klar auch die Mutter gehörte gefühlt in diesen Kreis (wenn auch nicht persönlich in Erscheinung getreten).
Es war schon lange Zeit für so eine wunderbare, warmherzige, liebevolle Offenheit zum Thema Familie und Liebe für Kinder auf dem Weg zum Jugendlichen in einer Zeit in der gelebte Vorbilder scheinbar rarr sind und in den Medien m.E. mit Zuviel und vlt. auch oberflächlichen Thesen die eher über den Kopf laufen und in den Bereich Theroien gehören gesprochen wird.
Die CD war für mich in ihrer Art der Gestaltung wie ein Hörbuch eine super Idee. und ein Genuss.
Mir hat es sehr gut gefallen und habe es mit Freude und guten Gedanken verschenkt.
Danke Julia und danke Pierre ! ;O)

Echt super!

Hab die CD für meine bald 12 jährige Tochter gekauft. zuerst war sie etwas skeptisch, aber als sie die Themen las war es vorbei. die cd wurde gleich von ihr in beschlag genommen und auch mir dann das Kapitel ‚liebe‘ vorgespielt.
das Gespräch auf der cd zwischen Vater und Tochter ist sehr einfühlsam und erklärt wirklich vieles. darauf aufbauend kann man dann mit dem eigenen Kind ins Gespräch kommen. echt super!