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Spuren am Himmel
Als Kinder haben viele von uns es geliebt: Wolkenraten.
Wir mussten uns damals nicht vornehmen, das zu tun.
Wenn der Himmel günstig bewölkt war, haben wir uns einfach draußen in eine Wiese gelegt oder auf die Fensterbank gesetzt und losgelegt.
Einfach so. Das sollten wir uns als Erwachsene erhalten.
In den Wolken zu lesen und am Himmel nach Formen und Gesichtern zu suchen, ist laut wissenschaftlichen Erkenntnissen Teil unseres genetischen Überlebensplans.
Das menschliche Gehirn ist evolutionsbiologisch darauf programmiert, die Umgebung nach ihrer Bedeutung, Gefahren und Bedrohungen, abzusuchen.
Am Boden und am Himmel, ob Spuren im Sand oder diffuse Wolkenformationen.
In der Natur draußen kann es für jeden von uns sehr nützlich sein, wenn man die metereologische Deutung hinter bestimmten Wolkenformationen kennt.
Für Piloten, Flieger und Ihre Passagiere ist dieses Wissen sogar überlebenswichtig.
Aber zurück zum Anfang: Wolkenraten erfüllt noch eine ganz andere, für uns am Boden vielleicht sogar noch viel wichtigere Funktion: Es ist Ausdruck unserer Entspannung und Konzentration auf diesen einen Moment.
Wolkenbilder sind vergänglich und verändern sich ständig. Sie ziehen über uns vorüber und unsere Augen wissen noch im selben Augenblick, dass sie gerade etwas Einzigartiges betrachten. Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Während wir uns von diesem einmaligen Naturschauspiel faszinieren
und begeistern lassen,
kann sich unser Inneres Kind nach Herzenslust austoben,
Traumbilder in uns aufkommen.
All das lässt uns innerlich zur Ruhe kommen, schenkt uns Energie und tankt unsere Kraftreserven wieder auf. Das ist nicht kindisch, das ist clever. Und man kann es überall tun.
Gerade wer im Alltag viel leistet, für den ist es besonders wichtig auf die eigenen Energievorräte zu achten, um weiterhin leistungsfähig zu bleiben.
Und das gilt für alle drei: die seelischen, geistigen und körperlichen Reserven.
Die Zeitschrift Psychologie heute rät, für mehr Power sollen wir uns von den Fesseln der Infotechnik befreien und ein Drittel unseres Tages mit Schlafen verbringen.
Klingt gut und ist noch viel einfacher, als wir vielleicht im ersten Moment des Lesens denken.
Neben dem Wolkenraten für zwischendurch gibt es nämlich noch einige andere, leicht umsetzbare Tricks, wie wir unsere Energieressourcen aufladen können.
Negative Gedanken und Gefühle verbrauchen sehr viel Energie.
Bei emotionalem Stress können wir uns am schnellsten und besten selbst helfen, indem wir bewusst und tief atmen.
Denn wenn wir sauer sind, ist es auch unser Körper! Und das bringt uns selbst, unseren Organismus, unser ganzes System aus der Balance und macht uns auch anfällig für Krankheiten. Durch Tiefenatmung atmen wir über die Lungen Energie pur in Form von Sauerstoff und tanken damit Lebenskraft!
Eine kleine Atemübung
für stressige Zeiten aus der chinesischen Medizin:
Eine Hand auf den Bauch legen, dreimal ganz tief durch die Nase ein- und ausatmen.
Dabei aufmerksam beobachten, wie sich die Bauchdecke unter der eigenen Hand langsam hebt und senkt.
Das Ganze wiederholen und abwechselnd mal das rechte, dann das linke Nasenloch zuhalten.
Atme jeweils dreimal durch die linke und dreimal durch die rechte Seite.
Lass deine Hand dabei auf deinem Bauch liegen.
Wenn du möchtest, kannst du danach noch deine Bauchdecke sanft massieren.
Diese Übung kannst du immer dann durchführen, wenn du gestresst bist oder du dich danach fühlst.
Alleine die reine Konzentration auf den eigenen Atem lenkt dich von negativen Gedanken und Gefühlen ab.
Einen großen Beitrag in Sachen Energiemanagement
leisten auch gute Freunde und liebe Mitmenschen.
Eine Studie des Meinungsforschungsinstitus Gallup hat gezeigt, dass Menschen, die mit engen Freunden zusammenarbeiten, deutlich energievoller sind.
Also unternimm doch öfter mal etwas mit deinen Arbeitskollegen und plane feste Zeiten für Sozialkontakte ein.
Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit einer Sportrunde oder einem längeren Spaziergang mit deinem besten Freund oder deiner besten Freundin?
Vielleicht hat er oder sie ja sogar Lust, mit dir Wolken zu raten?
Fühlt sich dein Leben an, als sauge ein Energievampir dich aus?
Dann könnte es sein, dass du die Erfüllung der Erwartungen anderer vor deine eigenen setzt. Das kostet Kraft und verursacht Frust.
Vielleicht gehst du den Weg der anderen und nicht deinen eigenen.
Die Psychologin Mira Kirshenbaum hat in einem Gespräch mit der Psychologie Heute zu diesem Thema einmal gesagt, das sei fast so, wie wenn das eigene Gehalt auf dem Konto eines Kollegen landen würde. Und das wollen wir ja alle nicht.
Also mach dich zwischendurch immer wieder ganz bewusst frei von den Erwartungen deines Umfelds und höre nur auf dich selbst. Was gibt dir Kraft, macht dich glücklich und schenkt dir Lebensfreude? „Der eigene Weg ist der einfache, der natürliche Weg.
Er verlangt uns die wenigste Energie ab“, so die Psychologin.
Nur wenn es dir selbst gut geht, kannst du auch anderen etwas Gutes tun und sie von deiner Energie profitieren lassen.
Wenn du selbst vor Freude strahlst und Energie versprühst,
ziehst du außerdem das Positive in deinem Umfeld an.
Aus eigener Erfahrung möchte ich dir zum Schluss raten:
Gönne dir regelmäßige Pausen und Auszeiten zum Abschalten.
Lauf doch zum Beispiel die Treppe in deinem Wohnhaus auf und ab, leg dein Lieblingslied ein und tanze vielleicht sogar dazu oder press dir selbst einen Saft aus frischen Früchten aus.
Das ist gleichzeitig eine Vitaminspritze und versorgt deinen Körper mit Vitalstoffen.
Du kannst auch jemanden anrufen, der dir sonst immer gute Laune macht oder lustige Witze kennt.
Streiche Dinge, die dich viel Kraft kosten, erstmal von deiner TO-DO-Liste.
Überlege dir auch, welche Menschen um dich herum dir immer nur Energie rauben.
Du musst dich ja nicht gleich ganz von ihnen trennen. Manchmal reicht schon ein ehrliches Gespräch oder zur Not eine kleine Kontaktpause mit diesen Menschen.
All das schützt dich selbst vor Erschöpfung.
Hast du denn heute schon in den Himmel geschaut? |