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Befreie dich von Besitz
Wenn ein Schiff überladen ist,
wird es manövrierunfähig.
Besitz erzeugt ein Gefühl von Sicherheit in uns.
Er ist auch oft ein Beweis für uns, dass wir etwas geleistet oder gar gelebt haben. So bringen wir Andenken von unseren Reisen mit oder lassen uns von bestimmten Gegenständen an wundervolle Berührungspunkte mit anderen Menschen erinnern.
Besitz hat aber auch eine ganz andere Seite. Besitz belastet. Sehr oft fesselt er uns, macht uns träge, unbeweglich, unflexibel oder sogar unfrei.
Nicht selten sind wir nicht mehr in der Lage, uns schnell und spontan für Dinge zu entscheiden, die unserem eigentlichen Lebensweg gut täten.
Wir sammeln oft so viel Materie an,
dass wir fast bewegungsunfähig werden.
Eine Eigentumswohnung oder gar ein eigenes Haus verhindern oft, dass wir in eine andere Stadt ziehen, wo es vielleicht eine bessere Arbeit oder den Partner unseres Lebens gäbe.
Oder wir besitzen noch die Möbel unserer Eltern oder Großeltern oder Einrichtungsgegenstände, die wir uns gekauft haben, als wir jung waren.
Meist entsprechen sie überhaupt nicht mehr unseren heutigen Lebensumständen. Dennoch umgeben wir uns noch immer mit ihnen.
Es ist doch paradox: Wir haben uns mit viel Mühe und Überwindung von alten Lebensumständen getrennt, nehmen aber alle Erinnerungsstücke an diese Zeit mit. Innerlich möchten wir gerne in die Freiheit, äußerlich bleiben wir noch immer dort verhaftet, wo wir längst nicht mehr sein wollen.
Alte Gegenstände halten uns in der Vergangenheit fest.
Oft erinnern sie uns an unglückliche Umstände, an Trauerfälle oder an Trennungen von geliebten Partnern. Oft ist es uns deswegen gar nicht möglich, einen neuen Partner in unser Leben einzuladen. Wenn alle inneren und äußeren Räume vollgestellt sind, gibt es keinen Platz mehr für Neues.
Proportional zur Bereitschaft, räumliche Veränderung zuzulassen, wächst die Bereitschaft, innere Veränderung zuzulassen.
Ganz ähnlich verhält es sich mit Gegenständen, die man gemeinsam mit früheren Partnern gekauft hat und die einen noch immer an eine glückliche Zeit erinnern, die es schon lange nicht mehr gibt.
Oft sind die Lieder der Vergangenheit längst verklungen,
aber wir bewahren sie noch immer in unserem Herzen auf.
Dies kann ein Küchentisch sein, ein Sofa, ein Bett, ein Bild oder ein Teppich, auf dem man sich geliebt hat. Auch wenn die Zeiten schon lange vorbei sind, solange wir uns noch immer mit diesen Gegenständen umgeben, bleiben wir in dieser Vergangenheit gefangen.
Wenn wir mit der Frage: „Was brauche ich wirklich?“ durch unsere Wohnung gingen, würden wir ziemlich schnell feststellen, wie viel – oder wenig – wir tatsächlich brauchen, um glücklich und zufrieden zu sein.
➢ Streife einmal durch deine Wohnung oder dein Haus und kennzeichne alle Dinge, die du tatsächlich für dein tägliches Leben benötigst.
➢ Alle Dinge, die dich voller Freude in die Zukunft blicken lassen, die dein Gemüt erheitern, bei denen du das Gefühl hast, dass diese Gegenstände dich stark und kraftvoll machen und dir Sicherheit geben, bekommen ein Bändchen.
➢ Wir konzentrieren uns also ausschließlich auf das, was wesentlich in unserem Leben ist.
Auf diese Weise führen wir uns vor Augen, welche Möbel, welche Gegenstände uns tatsächlich nützen und bereichern. Wahrscheinlich werden wir erstaunt feststellen, dass es weitaus weniger sind, als wir bisher angenommen haben.
Im zweiten Schritt machst du folgendes:
➢ Kennzeichne alle Gegenstände und Möbel in deiner Wohnung oder in deinem Haus, die du schon seit einigen Wochen nicht mehr benutzt hast. Die vielleicht auf dem Dachboden oder im Keller herumliegen oder in Kartons.
Da gibt es Dinge, die hast du vielleicht schon längst vergessen oder beachtest sie gar nicht, obwohl du jeden Tag an ihnen vorbeigehst. Du wirst erstaunt sein, wie viele Gegenstände du in deinem Leben angesammelt hast, die du heute gar nicht mehr benötigst.
Eigentlich ist es immer das Gleiche. In dem Moment, wo wir etwas loslassen sollen, beginnen wir seinen Wert zu schätzen. Sobald wir nämlich Dinge betrachten, die wir loslassen sollen, verbinden wir uns wieder mit der Freude, die wir damals hatten, als wir diesen Gegenstand gekauft oder bekommen haben.
Noch heute glaubt der Verstand, dass wir diese Freude für immer verlieren, wenn wir uns von diesen Dingen lösen. Die Wahrheit ist eine ganz andere. Erst wenn wir uns von diesen alten, vergangenen Dingen lösen, sind wir wieder frei für neue Freude in unserem Leben.
Wir befinden uns nicht mehr in der Schwere der Vergangenheit, sondern in der Leichtigkeit des Jetzt.
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