Regisseur

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Die Sehnsucht nach dem eigenen Projekt.

Pierre Franckh, der schon als Kind auf der Bühne gestanden hat, blickt heute auf eine mehr als vierzigjährige Erfahrung im Theater- und Filmbusiness zurück. Und wie viele seiner prominenten Schauspieler-Kollegen verspürt er seit einiger Zeit die Lust, eigene Filme zu machen und dabei bewusste Akzente zu setzen.

Deshalb gründete er im April 1998 zusammen mit Michaela Merten, seiner Ehefrau, die Talking Stick Film Productions.
Der Name hat durchaus symbolische Bedeutung, denn der Talking Stick verweist auf ein uraltes Stammesritual: Den Sprechstab nahm derjenige zur Hand, der in großer Runde das Wort ergriff, und Pierre Franckh und Michaela Merten lassen bereits mit ihrem ersten Filmprojekt keinen Zweifel daran, dass sie eine sehr persönliche Botschaft an das Kinopublikum richten.

Pierre Franckh hat mit UND DAS IST ERST DER ANFANG im Frühjahr 1999 eine romantische Liebesgeschichte par excellence geschrieben. Bereits früher hat er Theaterstücke verfasst, und ein zweites fertiges Drehbuch wartet nun auf seine Verfilmung.
Aber es gab einen besonderen Grund, gerade mit diesem Projekt seine Regisseurs- und Produzenten-Laufbahn zu beginnen. Beim Schreiben des Drehbuchs konnte er sich auf persönliche Erfahrungen berufen (siehe dazu auch das Interview mit Pierre Franckh und Michaela Merten ), und ein wichtiges Motiv für diesen Film war es, dem Publikum den Glauben an die Liebe zurückzugeben:
„Mein Ziel ist es, Emotionen zu wecken“, sagt er, „und dem Publikum zu zeigen, dass es sie gibt, die wahre Liebe. Ich wollte, dass die Leute heiter und beschwingt aus dem Kino kommen und sich einfach trauen, das zu leben.“

Es berührt mitzuerleben, wie Anna und Michael sich im Verlauf eines Telefongesprächs, das nur durch einen Zufall zustande gekommen ist, immer näher kommen, immer persönlichere Dinge preisgeben, bis zwischen ihnen eine elektrisierende Spannung und eine zärtliche Vertrautheit entsteht. Gerade um diese magischen Momente im Leben, die so selten und darum um so wertvoller sind, kreist die Geschichte, die Pierre Franckh in seinem ersten Film erzählt. Die Zeit scheint stillzustehen, wenn die beiden Hauptfiguren zusammentreffen, während draußen gleichzeitig das Leben der Großstadt pulsiert. Das zärtliche Flirren, das die Atmosphäre zwischen den Liebenden bestimmt und das die Kamera in einfühlsamen Nahaufnahmen einfängt, wird im Film immer wieder ganz bewusst gegen das nervöse Flimmern der Großstadtlichter und die Flüchtigkeit und Hektik der gewöhnlichen Alltagsbegegnungen gestellt. Dass sich diese Gegensätze von harmonischem Einklang und Dissonanz im Film zu einer gelungenen Einheit fügen, ist nicht zuletzt auch der sensiblen Bildgestaltung des Kameramanns Fred Schuler zu verdanken. Pierre Franckh lernte ihn 1994 bei den Dreharbeiten zu Romuald Kamarkars DER TOTMACHER kennen, und nachdem er ihm das Drehbuch zu „UND DAS IST ERST DER ANFANG“ gegeben hatte, stand schnell fest, dass Schuler, der auf eine lange Erfahrung mit grossen amerikanischen Kinofilmen zurückblickt, für die Kamera verantwortlich zeichnen würde: „Fred ist der ideale Kameramann für diesen Film. Er leuchtet die Szenen perfekt aus, so dass eine sehr dichte, intime Atmosphäre entsteht, und er versteht es, die Gesichter der Schauspieler zum Atmen zu bringen. Er geht ganz dicht an sie heran und rückt sie dem Zuschauer so nah, dass er glaubt, in sie hineinzukriechen.“

Aufwendige Vorbereitungen.
Die knappe Anzahl der Drehtage machte eine besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung notwendig. Vor Drehbeginn (der 8. Dezember 1999) entstand ein Story Board, eine zeichnerische Version des kompletten Drehbuchs, anhand derer jede Einstellung bereits entworfen und überprüft werden konnte. So gelang es dem Filmteam, innerhalb von nur 35 Tagen sämtliche Szenen an insgesamt 128 Locations zu drehen. Der Film entstand hauptsächlich an Originalschauplätzen in und um Köln, nur für die Theaterszenen musste das Team  wegen des Kölner Karnevals  nach Wuppertal ausweichen. Doch auch im Wuppertaler Opernhaus konnte nur ausserhalb der Aufführungszeiten gedreht werden. Deshalb stand die Bühne täglich nur für wenige Stunden und häufig erst nachts, wenn der Vorhang bereits gefallen war, zur Verfügung. Dies stellte eine besondere Herausforderung für das Team dar, denn es gab jedesmal aufwendige Aufbauten und Vorbereitungen zu bewerkstelligen, wie beispielsweise eine Kamerafahrt vom Schnürboden des Theaters auf die Bühne belegt, die einen 12 Meter langen Kran erforderte.

Will man eine Liebesgeschichte erzählen, bei der der Zuschauer bis zuletzt bangen soll, ob die beiden, die füreinander bestimmt sind, auch wirklich zusammenfinden, kommt es vor allem darauf an, Schauspieler zu finden, die viel Charisma besitzen und gleichzeitig natürlich und authentisch wirken. Pierre Franckh hat sich bewusst für noch unverbrauchte Gesichter entschieden, die einen hohen Grad an Identifkation ermöglichen, und dabei im Verlauf eines langwierigen Castings zwei große Talente entdeckt. Julia Richter und René Hofschneider, die beide bislang vor allem über Theater- und Fernseherfahrung verfügen, haben ihn besonders durch ihr sensibles Zusammenspiel überzeugt. Sie vermögen eindrucksvoll, eben jene Offenheit, Verletzlichkeit und Sehnsucht zum Ausdruck zu bringen, ohne die eine romantische Liebesgeschichte mit ungewissem Ausgang nicht funktionieren könnte. Und sie fügen sich nahtlos in ein Kollegenteam ein, das durch sein erfahrenes Ensemblespiel ebenso wie durch glänzende Typ-Charakterisierung zur lebensprallen, unterhaltsamen und humorvollen Wirkung der Geschichte beiträgt.

 

STORY

Ist Liebe Zufall oder Bestimmung?
Gibt es die wahre, große Liebe überhaupt?
Oder sollte man nicht mit dem zufrieden sein, was man hat?

Ein Telefonat stellt alle Fragen in Frage – und beantwortet sie. Michael ist wieder einmal alleine. Ohne seine Freundin, die ihn vor einigen Monaten verlassen hat, und ohne seinen siebenjährigen Sohn Alexander, der sich nun an einen neuen Papa gewöhnen soll. Nur an den Wochenenden darf er Michael besuchen. Anna dagegen hat einen festen Freund, Thorsten. Aber sie ist nicht wirklich glücklich. Thorsten arbeitet in einer anderen Stadt, Hamburg und hat nur selten Zeit für Anna, denn eigentlich interessiert er sich mehr für seine Karriere. Sogar ihren Geburtstag hat er schon wieder vergessen. Anna beneidet ihre hochschwangere Freundin Miriam um ihre glückliche Ehe mit Manfred. Wie gerne hätte sie auch ein Kind. Aber Thorsten will von Kindern nichts wissen, und als Anna ihn mit einem romantisch inszenierten Heiratsantrag überrascht, reagiert er alles andere als entzückt. Anna wird immer klarer, dass Thorsten es nicht wirklich ernst mit ihr meint.

Als Anna eines Nachts nach Hause kommt, hat Miriam ihr aufgeregt aufs Band gesprochen. Haben die Wehen nun tatsächlich eingesetzt, oder ist es wieder nur ein Fehlalarm? Anna greift sofort zum Telefon, um sich nach ihr zu erkundigen und wählt vor lauter Nervosität eine falsche Nummer. Es meldet sich ein fremder Mann: Michael. Erst ist er verärgert über die nächtliche Störung, doch schon bald sind Anna und Michael in ein angeregtes Gespräch vertieft. Das Telefonat wird immer heiterer und gelöster, immer inniger und vertrauter, und mit der Zeit offenbaren die beiden sich auch intimere Dinge, die sie noch nie jemandem erzählt haben. Da beide wissen, dass sie sich wohl niemals treffen werden, tauschen sie ihre Sehnsüchte aus. Plötzlich ist die Nacht vorbei, und die Sonne blinzelt Michael ins Gesicht. Anna und Michael haben sich gefunden und fühlen sich auf geheimnisvolle Weise verbunden. Sie sind sich so nah und vertraut. Doch als Anna, die inzwischen in der Badewanne sitzt, ihm ihre Nummer geben will, fällt das Telefon ins Wasser und die Verbindung ist unterbrochen.

Anna ist verzweifelt: sie weiß nicht mehr, welche Nummer sie gewählt hat. Sie weiß nur, dass dieser Mann alles hat, was ihr gefällt. Er ist geduldig, zärtlich, einfühlsam, verständnisvoll, und er liebt Kinder. Die Frage ist nur: Wie können sie sich wieder finden? Anna ist mit ihren Gedanken nur noch bei Michael, doch da sie Thorsten gegenüber ein schlechtes Gewissen hat, traut sie sich nicht, nach ihm zu suchen. Und als Thorsten kurz darauf mitten in dem Café, in dem sie als Kellnerin arbeitet, überraschend ihren Heiratsantrag annimmt, gerät sie unter Zugzwang. Vor so viel erwartungsfreudigem Publikum kann sie gar nicht anders, als darauf einzugehen.

Auch Michael kann das nächtliche Telefonat nicht vergessen und macht sich auf die Suche nach dieser wunderbaren, einzigartigen Frau. Er kennt lediglich ihren Vornamen und die erste Ziffer ihrer Telefonnummer. Es gibt nur einen Menschen, der ihm in dieser Situation weiterhelfen kann: Julian, der zwölfjährige Sohn seines Kollegen Ralf. Als Computerfreak genügen ihm die spärlichen Angaben über Anna, um eine Liste mit 17 Telefonnummern zu erstellen; eine davon muss die Nummer der gesuchten Anna sein. Michael probiert sie alle durch, wählt sogar die richtige Nummer: doch ausgerechnet in diesem Moment geht Thorsten an den Apparat. Michael glaubt schon alles verloren, als ihm die rettende Idee kommt: Anna hatte doch versucht, ihre Freundin Miriam zu erreichen, als sie versehentlich seine Nummer gewählt hat, also muss Miriam eine ganz ähnliche Nummer haben wie er selbst.

Wieder macht Julian sich fieberhaft an die Arbeit, und schließlich findet er Miriams Telefonnummer und Adresse heraus. Michael macht sich sofort auf den Weg, erfährt vor Ort jedoch, dass Miriam gerade in diesem Moment von Anna zum Bahnhof gebracht wird. Hektisch rast er zum Zug und stößt am Bahngleis mit einer jungen Frau zusammen. Es ist Anna. Michael, der sie nicht erkennt, rennt weiter und findet Miriam erst, als der Zug bereits anfährt. Er fleht sie an, ihm Annas Telefonnummer zu geben, doch Miriam zögert, schließlich ist Anna inzwischen verlobt. In letzter Sekunde entschließt sie sich jedoch, Michael den Namen des Cafés zu nennen, in dem Anna arbeitet.

Überglücklich sitzt Michael im Café Einstein und wartet nur darauf, endlich einen Blick auf „seine“ Anna werfen zu können. Allerdings ahnt er nicht, dass Anna an diesem Abend frei hat und dass noch eine andere Frau mit demselben Namen zum Personal des Cafés gehört: die sympathisch-gemütvolle, rundliche Köchin Anna. Anna II entspricht jedoch so gar nicht der Vorstellung, die Michael sich von seiner Anna gemacht hat, zumal sie deutlich älter ist als er. Irritiert verlässt er das Lokal, ohne sie anzusprechen. Kurz darauf kommt Anna und Michael der Zufall doch noch einmal zu Hilfe. Anna besucht mit Thorsten eine Theatervorstellung, und an diesem Abend steht Michael als Othello auf der Bühne. Er ist verkleidet und trägt eine Maske, doch Anna erkennt seine Stimme. Aufgeregt beschließt sie, am Bühneneingang auf ihn zu warten.

Ihre Verlobung erscheint ihr plötzlich bedeutungslos, das Schicksal hat sie zu Michael geführt. Aber ausgerechnet an diesem Tag kreuzt Michaels Ex-Freundin am Theater auf, um ihren Sohn fürs Wochenende zu seinem Vater zu bringen. Anna beobachtet die drei aus der Ferne und glaubt das Michael ihr etwas vorgemacht hat und in Wirklichkeit glücklicher Familienvater ist. Anna ist fassungslos. Wie konnte sie diesem Mann so vertrauen? Halb wütend, halb trotzig stürzt sie sich in ihre Hochzeitsvorbereitungen. Jetzt, wo Michael als Lügner „entlarvt“ ist, erscheint ihr Thorsten plötzlich doch als der Richtige. Obwohl sie daran noch insgeheim Zweifel hat, verbietet sie es sich, auf ihre innere Stimme zu hören. Entschlossen greift sie zum Hörer, um sich ein für alle Mal von Michael zu verabschieden. Sie hinterlässt ihm eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, erzählt, dass sie ihn mit seiner Familie gesehen hat und nun ebenfalls heiraten wird, am nächsten Tag.

Als Michael das Band am nächsten Morgen abhört, wird ihm klar, dass ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wo findet diese Hochzeit statt? Nach einer turbulenten Jagd durch die Stadt findet Michael buchstäblich in letzter Sekunde die Kirche, in der Anna bereits neben Thorsten vor dem Traualtar steht …

 

INTERVIEW

Die wahre, große Liebe … davon träumt doch eigentlich jeder

Interview mit Pierre Franckh und Michaela Merten

 

Pierre, du hast das Drehbuch zu UND DAS IST ERST DER ANFANG im März 1999 auf einer Skihütte geschrieben, doch es war nicht dieser einsame Ort, der dich auf diesen Stoff gebracht hat. Der Geschichte liegt eine wahre Begebenheit zugrunde, ja sogar eine sehr persönliche Erfahrung. Du und Michaela, ihr habt euch unter ungewöhnlichen, sehr romantischen Bedingungen kennen und lieben gelernt.

Pierre Franckh: Wir haben uns am Telefon ineinander verliebt, wie die beiden Figuren aus unserem Film, obwohl die Umstände natürlich nicht ganz dieselben waren. Bei uns fing das ein bisschen anders an …

Michaela Merten: Das war so: Ich habe zusammen mit einer Freundin, die den Pierre kannte, eine Aufführung von ihm in Berlin angesehen. Er spielte dort in einer Liebeskomödie, und nachher wurden wir einander vorgestellt und haben uns kurz unterhalten. Schließlich hat er mir seine Telefonnummer gegeben, aber ich war natürlich zu stolz, daraufhin gleich bei ihm anzurufen. Also habe ich eine Zeit lang gewartet und dann den ersten Schritt gemacht. Und ab diesem Tag haben wir täglich miteinander telefoniert, erst eine Stunde, dann drei Stunden, dann ganze Nächte hindurch.

Wieso habt ihr euch nicht einfach wieder gesehen?

Pierre Franckh: Das ging eben nicht. Denn ich spielte in Berlin, und Michaela stand jeden Abend in Bonn auf der Bühne. Also blieb uns nur das Telefon. Das Ungewöhnliche beim Telefonieren ist ja, dass man sich ganz nah ist. Es ist Nacht, alles ist ruhig, und die ganze Situation ist sehr intim. Dabei erzählt man sich dann Sachen, die man normalerweise keinem so schnell anvertrauen würde. Selbst bei einem Partner dauert es manchmal Jahre, bis man sich so weit öffnet und so viele geheime Dinge, seine Ängste und Sehnsüchte preisgibt. Bei uns war das genau umgekehrt. Schon nach zwei Tagen waren wir uns so vertraut, dass wir uns alles gesagt haben. Und nach vier Tagen haben wir beschlossen, zusammen in Urlaub zu fahren. Kurz darauf sagten wir schon: O.k., wenn wir zusammen verreisen, könnten wir doch auch zusammenziehen. Und dann immer so weiter: Wenn wir zusammenziehen, können wir auch heiraten … und Kinder kriegen. Ja, so machen wir’s. Das ging alles ganz schnell, und es war sehr romantisch.
Hattet ihr keine Angst davor, dass sich eure Verliebtheit als Einbildung herausstellen könnte, wenn ihr euch wieder seht?

Michaela Merten: Die Zeit, in der wir nur telefoniert haben, dauerte ungefähr sechs Wochen. Danach bin ich dann nach Berlin geflogen zu dem ersten Rendezvous nach diesen ganzen Versprechungen. Während ich im Flieger saß, bin ich schon nervös geworden. Ich dachte, um Himmels Willen, vielleicht mache ich ja gerade den größten Fehler meines Lebens! Aber als wir uns dann gegenüberstanden, in der Garderobe seines Theaters, waren all diese Ängste verflogen. Um uns herum flirrte alles total, wir haben außer uns gar nichts anderes mehr wahrgenommen.

Pierre Franckh: Eigentlich riskierst du auch gar nicht so viel. Überleg mal: Du telefonierst mit jemandem und fühlst dich unheimlich mit ihm verbunden. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder sagst du, das gibt’s doch gar nicht, das ist alles Fiktion, und lässt es auf sich beruhen. Dann wirst du dein ganzes Leben lang daran denken und dich fragen, welche Chance du da verpasst hast. Die zweite Möglichkeit: du gehst zusammen. Und wenn man Pech hat, passiert dann genau das, was eigentlich immer passiert: Man hat eine kurze Affäre, stellt fest, dass es nicht geht, und danach trennt man sich wieder. Also, was ist das Risiko?

Michaela Merten: Beim Telefonieren kannst Du nicht schön geschminkt, sexy angezogen und mit einem tollen Parfum aufkreuzen wie bei einem normalen Date und so unbewusste Signale senden, sondern man lernt sich pur kennen. Deshalb habe ich geglaubt, dass das funktionieren würde. Wir sind beide Menschen, die sehr offen sind, die sich einlassen können, eine Bereitschaft zu Nähe haben. Und wir fühlten uns stark verbunden, wie Zwillingsseelen.

Pierre Franckh: Und genau davon träumt doch eigentlich jeder. Jeder träumt davon, einen Partner zu finden, mit dem er so vertraut ist, der einen nur fördern will, der einen nicht in der eigenen Entwicklung zu bremsen versucht, der einem zuhört und der ein offenes Ohr hat. Davon träumt jeder, und wir haben das einfach erlebt. Und das alles bestimmt auch die Art, wie ich Filme machen will. Ich möchte Filme über die Liebe machen und zeigen, welche Bereicherung sie darstellt. Viel zu oft dröhnen wir uns zu, suchen die Abwechslung, auch mit wechselnden Partnern, weil wir uns vor der Langeweile fürchten und verlieren dabei aus dem Blick, worum es eigentlich im Leben geht.

 

Wie groß sind die Parallelen zwischen dem, was ihr selbst erlebt hat, und der Geschichte, die ihr in UND DAS IST ERST DER ANFANG erzählt?

Pierre Franckh: Aus unserem Leben, unserer Erfahrung kommt im Prinzip nur die Grundidee, alles andere, was in dem Film dann passiert, ist natürlich sehr frei erfunden. Die Geschichte folgt dramaturgischen Gesetzmäßigkeiten: Was ist witzig? Was ist spannend? Wie kann man es am besten erzählen? Der Film ist sehr amerikanisch gebaut, und das sehr bewusst, weil ich es mag, wie die Amerikaner Geschichten erzählen. Wir haben mit einem Planning Board gearbeitet, das über 12 Meter entlang der Wand aufgehängt war. Da haben wir die Geschichte genau aufgedröselt, einzelne Szenen hin- und hergeschoben. Und anschließend haben wir den ganzen Film gestoryboarded, komplett, das heißt, es gibt ein Bilderbuch zu dem Film. Das hilft enorm, da erkennst du, welche Szenen funktionieren und welche nicht, und die kannst du dann noch rausschmeißen oder ändern. Diese Maßnahmen helfen, die höchste Effektivität zu erreichen für den Zuschauer.

 

Der Film war für euch also nicht Anlass dazu, eure Geschichte noch mal neu zu durchleben, in Erinnerungen zu schwelgen und zu fragen, wie war das damals genau?

Michaela Merten: Nein, merkwürdigerweise gar nicht. Das hatte nicht so ein großes Gewicht für uns, dass das unsere Geschichte ist. Wir wollen Filme machen, die unterhalten, die die Zuschauer amüsieren und berühren, und wir wollen Geschichten erzählen, die uns berühren.

Pierre Franckh: Wir hatten zunächst ja auch gar keine Ahnung, dass unsere Geschichte so viele Sehnsüchte in anderen berührt, weil sie uns so normal vorkam, weil sie ganz einfach zu unserem Leben gehört. Das Drehbuch hat eigentlich einen recht zufälligen Anfang genommen. Ich wollte ein Drehbuchseminar in Los Angeles besuchen und habe mich sehr kurzfristig dazu entschlossen. Ich wusste dann plötzlich: In drei Tagen fängt dieses Seminar an, und ich habe gar keine Geschichte. Also habe ich mich kurz vor dem Abflug hingesetzt und eine Seite geschrieben. Aber als ich dann in Los Angeles war, hatte ich gar keine Lust mehr, mich in ein Seminar zu setzen, da gab es so viel anderes zu sehen und zu machen. Aber der Seminarleiter hat mich überredet, wenigstens für zwei Stunden zu kommen, weil ihm ausgerechnet meine kurze Skizze so gut gefallen hatte. Und als ich dann da war, habe ich an den Reaktionen der anderen Teilnehmer gemerkt, wie diese Geschichte berührt. Die konnten das gar nicht glauben, dass jemand so was macht, am Telefon so viele Versprechungen abzugeben und die dann auch wirklich einzulösen. Das hat in ihnen sofort Erinnerungen an verpasste Gelegenheiten in ihrem Leben wieder aufleben lassen. An Momente, in denen sie sich falsch entschieden hatten. Man begegnet sich zufällig, vielleicht im Zug, unterhält sich eine Stunde und steht dann auf und geht und denkt vielleicht ein Leben lang darüber nach, was hätte passieren können, wenn … Da wurde mir plötzlich klar, welche Kraft in dieser Geschichte steckt, weil sie etwas Archetypisches hat. Sie erzählt, dass es sich lohnt, wenn man den Mut hat, den Augenblick zu leben, die Chance zu ergreifen und die Ängste wegzupacken.

 

Ihr seid beide Schauspieler von Beruf, aber ihr habt 1998 eine eigene Produktionsfirma gegründet und wollt von nun an eigene Projekte realisieren. Pierre, was war für dich der ausschlaggebende Grund zu diesem Schritt?

Pierre Franckh: Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu spielen, und irgendwann hat man einfach das Gefühl, dass da nichts Neues mehr kommen kann. Ich hatte das Glück oder das Pech, dass ich sehr schnell sehr bekannt wurde. Mit sechzehn habe ich eine Hauptrolle im KOMMISSAR gespielt, das haben damals 30 Millionen Zuschauer gesehen, und von da an war ich über ein Nacht ein Star. Dann wurde ich so gestreichelt von dem Erfolg, dass ich immer vergessen habe, mich darauf zu besinnen, was ich wirklich wollte, nämlich schreiben und einen Film machen.

Der eigentliche Grund, warum ich dann plötzlich doch damit angefangen habe, war der, dass ich festgestellt habe, dass unsere Tochter die Filme, in denen ich mitspielte, gar nicht ansehen kann oder sollte. Und ich habe angefangen darüber nachzudenken, was ist eigentlich das Wichtigste, das meine Tochter lernen soll? Das Wichtigste ist, dass sie sich selbst lebt, dass sie wahrhaftig lebt. Und mir war klar, ich bin ihr Vorbild. Wenn ich es nicht lebe, wer soll es ihr dann vorleben? In dem Moment wurde mir bewusst, dass ich so nicht weitermachen kann, nur weil ich durch die Schauspielerei einfacher mein Geld verdienen kann. Deshalb hab ich beschlossen, wieder mit dem Schreiben anzufangen und meine Projekte zu machen. Indem ich schreibe und Filme drehe, drücke ich ein wichtigen Teil von mir aus, den ich aus Bequemlichkeit vernachlässigt habe. Und ich fühle mich so aufgehoben darin, dass ich das Gefühl hätte, mich zu beschneiden, wenn ich weiterhin nur spielen würde.

 

 

Darsteller:

JULIA RICHTER

RENÉ HOFSCHNEIDER Michael

DIETER LANDURIS Thorsten

CLELIA SARTO Miriam

MARTIN ARMKNECHT Ralf

CHRIS HOHENESTER Petra

HEINRICH SCHAFMEISTER Rudolf

KONSTANTIN MOSER Alexander

FRANZISKA TRAUB Anna II

PIERRE FRANCKH Manfred

MICHAELA MERTEN Clarissa

LUKAS HENSELER Julian

HARDY KRÜGER JR. Freak

WALTER SITTLER Arzt

 

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Falscher Beitritt

Diesen Film habe ich für die CDU gedreht, als die SPD Regierung nach ihrem Wahlsieg mit Schröder alle Wahlversprechungen gebrochen hatte.

Lustig wie die Zeit vergeht. Heute könnte man den Film auch wieder umdrehen. Man müsste nur die letzten 5 Sekunden austauschen.

Buch und Regie: Pierre Franckh

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Diesen wundervollen Musikvideoclip habe ich für Michaelas CD „Ich“ gedreht.
Sie wurde für die Plattenfirma Mercury produziert. und lief auf den TV Musiksendern auf High Rotation.
Michaeleas Partner von diesem sinnlichem Video ist das berühmte männliche Model Marcello.

Wann bittet man schon einmal seine eigene Frau mit so einem wundervollen Mann ins Bett zu gehen? Gut, dass ich dabei war.

Viel Spaß beim Zuschauen.
Buch und Regie: Pierre Franckh

 

P.S. Den Text zu diesem Song habe ich ebenfalls geschrieben, da Michaela mich so nachhaltig darum gebeten hatte.