Nicht ohne meinen Rettungsring: Glücksmomente für den Alltag

Hier kannst du das Buch direkt bestellen

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Südwest Verlag
ISBN-10: 3517087831
ISBN-13: 978-3517087832


Wer schon ein paar Tage auf der Welt ist…
… der weiß, dass es durchaus ratsam sein kann,
sich ein oder zwei Rettungsringe zuzulegen.
Wer den aberwitzigen Mut besitzt, sich auf eine Ehe einzulassen,
der darf schon recht bald erfahren, dass ihn nur ein paar
Rettungsringe bei weitem nicht reichen werden.

Wer darüber hinaus auch nicht als Multimillionär geboren wurde,
und für seinen Unterhalt arbeiten muss, der braucht dringend
noch weitere Rettungsringe.

Wenn dann auch noch der Fortpflanzungstrieb für Kinder sorgt,
dann benötigt man – aber hallo (!) – weitere, richtig gute Rettungsringe.

Auch Michaela und ich haben uns über die Jahre
so einige Rettungsringe zugelegt.
Für morgens, mittags und abends. Für vorher und für nachher.
Und manchmal auch, damit es eben kein Nachher gibt.

Dieses Buch enthält nun unsere Lieblingsunterstützer, Festklammerer,
Nicht-Abrutscher und
Kurz-vor-dem-Strauchelnschnell-wieder-Auftauchen-und-so-tun-als-ob-
nichts-gewesen-wäre-Rettungsringe – damit das Leben lebenswert bleibt.

In diesem Sinne wünschen wir Euch das Allerliebste auf der Welt –
ein glückliches Selbst!

Euer Pierre & Eure Michaela


 

Auszug aus dem Buch
Krisen sind sch…ön!!

Ach du dickes Ei. Auch das noch! In der Warteschleife …

Was? Der wichtige Termin war heute Vormittag?

Wie? Ich muss Steuern nachzahlen?

Ich verstehe nicht? Welche Dateien habe ich für immer gelöscht?

Was, du hast bei ihm übernachtet?!

Bitte?! Zu welcher Nachuntersuchung?

Welches Auto hat Totalschaden? Aber nein doch, ich hab dich trotzdem lieb.
Ach! Deine Mutter ist zu Besuch? Drei Wochen?!

Wie heißt dein neuer Freund? Na klar freue ich mich für dich.
Ach, das neue Buch wurde wieder abgelehnt?

Nein, kein Problem, dass du mir so kurzfristig wieder absagst.
Ein Wasserrohrbruch? In meiner neuen Küche?

 

Wer von uns kennt solche Momente nicht?

Tiefschläge gehören zu unserem Leben dazu. Auch wenn uns das
Leben noch so gewogen ist, werden wir immer wieder –
manchmal vollkommen unvorbereitet – ausgebremst.

Aber werden wir wirklich gebremst?
Zumindest haben wir das Gefühl. Es lief doch gerade so schön.
Alles war in bester Ordnung. Alle waren zufrieden. Eingeschlossen
uns selbst.

Und dann, aus scheinbar heiterem Himmel, völlig ungerechtfertigt,
kommt der Schlag, mit dem wir nicht gerechnet haben.

Was nun?
In solchen Momenten lese ich gerne Biografien erfolgreicher Menschen.
Denn dann wir mir schnell wieder klar:
Zu jedem Erfolg gehört auch Misserfolg.

Das Leben erfolgreicher Menschen verlief stets im Zickzack. Nie waren die Verhältnisse für sie einfach.
Im Gegenteil. Die Erfolgreichsten hatten oft die schwersten Bedingungen.

Scheinbar brauchten sie die, um überhaupt die Kraft zu finden, über sich hinauszuwachsen.
Fällt uns alles in den Schoß oder wird es uns allzu leicht gemacht, entwickeln
wir nicht die Fähigkeiten, mögliche Krisen zu meistern. Wir sind dann, genau
genommen, nicht auf das Leben mit all seinen Veränderungen vorbreitet.

Nur wer auch Niederschläge erfahren hat, immer wieder aufgestanden ist,
gelernt hat, Hürden zu übersteigen und neue Türen zu öffnen, wird nicht
mehr vor möglichen Gefahren und Fallen, die das Leben zu bieten hat, zurückschrecken.
Was soll ihm denn noch passieren?
Er hat schon viel erlebt und weiß, dass er stark und klug genug ist, Krisen zu überstehen.

Der tiefere Sinn von Krisen
Vielleicht ist das überhaupt der Sinn von Krisen und Problemen: Uns vorzubereiten und stark zu machen.

Auch wenn uns das in Momenten der Niederlage nicht sofort hilft, aber jedes Problem ist immer nur so groß, wie wir es bewältigen können.

Wenn deine Ausgangslage schlecht ist, na und? Gerade darin liegt auch eine Chance.

Ich zum Beispiel stamme aus sehr einfachen und ärmlichen Verhältnissen. Nicht immer war es sicher, ob meine Eltern die Miete bezahlen konnten – und der Gerichtsvollzieher durfte stets erkennen, dass sein Besuch völlig umsonst war. Bei uns gab es einfach nichts zu pfänden.
Rückblickend und vergleichend mit anderen Biografien erfolgreicher Menschen, darf ich feststellen, dass gerade dies mir die Kraft geschenkt hat, meinen Weg zielgerichtet zu gehen. Unbeirrt und ausdauernd. Mein das Leben hatte immer wieder Überraschungen für mich auf Lager. Darunter auch böse Überraschungen, die manchmal aussichtslos erschienen oder ungerecht.

Heute weiß ich, dass gerade sie mir geholfen haben, meinen Charakter zu entwickeln. Durch sie habe ich nicht nur Durchsetzungskraft gelernt, sondern auch Stärke und innere Ruhe gewonnen. Ebenso Bescheidenheit, Demut, Mitgefühl, Freundschaft, Loyalität und Treue. Aber auch Achtung vor dem Missgeschick anderer. Nicht zu vergessen die Freude über kleine Dinge, Dankbarkeit und Ausdauer – und ein tiefes Urvertrauen, dass immer alles zu meinem Besten geschieht.

Natürlich kann man das nicht immer sofort erkennen. Schon gar nicht, wenn man gerade mitten in so einem Schlamassel steckt. Aber wenn ich heute auf mein Leben zurückblicke, muss ich zugeben, dass gerade die Tiefschläge es waren, die sich als meine größten und besten Lehrmeister herausstellten.

Das Leben ist sch… ön
Und ja, manchmal eine ganz schöne Herausforderung. Nicht immer läuft es sehr gerecht ab. Und da soll man sich nicht aufregen?

Natürlich regt man sich auf. Aber wem hilft das? Wird es dadurch besser? Natürlich ist man verzweifelt und verzagt. Aber seltsamerweise –Jahre später – erkennen wir, wie hilfreich diese Korrekturen des Schicksals für uns waren.
Auch in meinem Leben gibt es unzählige solcher Erlebnisse. Natürlich habe ich sie nicht gemocht, aber geholfen haben sie mir enorm.

Ich habe sogar bereits schon einmal alles verloren und geglaubt, nie wieder aus diesem Loch herauszukommen. Und dennoch sollte mich gerade diese Krise stärken.

Ich war umgezogen, hatte mir zu diesem Zweck einen LKW gemietet und mit meinem gesamten Hab und Gut vollgeladen. Viel zu müde von der Strapaze, war ich zu schnell gefahren. In einer Rechtskurve kippte der Laster um, zerquetschte unkontrolliert über die Straße schießend, zwei parkende PKWs und donnerte quer liegend in eine Gaststätte. Als man den völlig zerstörten LKW mit einem Kran wieder aufstellte und die hintere Ladetür öffnete, war mein gesamtes Hab und Gut zu einem kleinen Schrottpaket zusammengedrückt worden. Es landete noch am gleichen Tag unbesehen auf einer Mülldeponie. Alle Biedermeiermöbel, alle Erbstücke, alle technischen Geräte. Nichts war mir verblieben. Nicht einmal meine Bilder oder meine Schallplatten. Einfach nichts.

Zudem verklagte man mich zu einem gigantischen Schadenersatz. Der LKW, das Haus, die PKWs, und die Krankenkassen meiner Helfer, die mit im Wagen saßen – alle wollten, dass ich für den Schaden aufkomme. Die Versicherungen kamen zu dem Schluss, dass mein Verhalten grob fahrlässig gewesen war und sie verweigerten jegliche Zahlung. Über Nacht hatte ich nicht nur alles verloren, ich stand sogar noch dazu vor einem gewaltigen Schuldenberg.
Als wäre dies nicht genug, war ich 14 Tage später in einen erneuten Unfall verwickelt gewesen. Es war ein eisiger Wintertag und ein entgegenkommender LKW verlor Eisplatten von seiner Plane und diese segelten mir entgegen, durchbrachen meine Windschutzscheibe und knallten in mein Gesicht. Ich war übersät mit Schnittwunden, von denen niemand wusste, wie und ob sie jemals wieder verheilen würden.
Zwei Tage vor Weihnachten saß ich also frierend in dem Rohbau meines neuen Hauses. Hoffnungslos. Ohne Möbel. Auf einem kleinen Holzkistchen. Ich war pleite, das Haus zu 100 Prozent verschuldet und die Ehe mit meiner ersten Frau gerade erfolgreich gescheitert. Noch dazu war es fraglich, ob ich – mit all den Schnittwunden – jemals wieder als Schauspieler Geld verdienen können würde.

Innerhalb von zwei Wochen hatte ich alles verloren. Das Schicksal hatte mir den sicher geglaubten Boden unter den Füßen weggezogen.
Am Weihnachtstag besuchte ich meinen Bruder im Krankenhaus. Er hatte mir beim Umzug geholfen und sich durch den Unfall zwei Rippen gebrochen.
Als ich spät am Abend in das Haus zurückkehrte, geschah das kleine Wunder. In dem kahlen Raum, das mein Wohnzimmer hätte werden sollen, standen plötzlich Möbel. Ein Teppich verdeckte den Estrich und in einer Ecke stand ein kleiner Weihnachtsbaum. Was war geschehen? In meiner Abwesenheit hatten Freunde von mir beschlossen, sich von den Dingen zu trennen, die sie am liebsten hatten und mir diese zu schenken.

Und so saß ich plötzlich im Sammelsurium der buntesten Möbel, aß frisches Weihnachtsgebäck, wärmte mich an einem kleinen Schwedenofen und war so glücklich und beseelt, wie nie zuvor in meinem Leben.

Noch heute erinnere ich mich an dieses Weihnachten.
Zwei Jahre später war ich wieder schuldenfrei, alle Verletzungen verheilt, und ich hatte etwas Enormes gelernt. Freunde sind das kostbarste Gut auf dieser Welt. Das war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen.

Und! Materie ist vergänglich. Nur das, was wir emotional entwickeln, ist uns sicher.

Vor allem aber wusste ich zwei Jahre später: Auch wenn die Krise noch so groß ist, besitze ich die Kraft größer zu sein. Dieses Weihnachten und die darauf folgende Zeit hat mir ein unglaubliches Urvertrauen geschenkt.

War es also schlimm? Ja. Ich habe alles verloren. Aber ich habe noch wesentlich mehr gewonnen. Heute kann mich nichts mehr so schnell umhauen. Wütend machen? Ja natürlich. Verletzen? Durchaus. Aber in der Tiefe meines Herzens weiß ich stets, dass auch immer dort eine wundervolle, heilsame Erfahrung für mich steckt. Und ich weiß, dass ich stets groß genug bin, daraus zu lernen und zu wachsen.
Jede Krise, die wir überstehen, stärkt uns. Sie macht uns größer und feilt unseren Willen. Aus jeder Krise erwachsen in uns neue Kräfte. Wir gehen reifer und bewusster durchs Leben.

Krisen sind Chancen.
Auch wenn wir Krisen nicht mögen, bieten sie uns die Möglichkeit unser Leben neu zu ordnen und Dinge zu überdenken.

Immer wenn wieder einmal etwas Unvorhergesehenes über mich hereinbricht, frage ich mich also stets: Welche Lehre hält diese Erfahrung für mich bereit? Was soll ich daraus lernen? Welcher Anteil in mir wird jetzt gerade geschult? Warum passiert es gerade jetzt?

Manchmal übersehen wir die Zeichen, die uns vorher auf unserem Weg begegnen.

Manchmal entdecken wir erst durch eine Krise, dass wir vielleicht gerade dabei sind uns völlig zu überfordern. Oder aber, dass wir vielleicht die wahren Werte vergessen haben. Vielleicht sind wir gar nicht wirklich glücklich oder entfernen uns gerade vom Glück. Vielleicht haben wir wesentliche Dinge vernachlässigt und werden nun darauf hingewiesen. Vielleicht gehen wir gar nicht unseren eigenen Weg, sondern den Weg anderer.

Wenn wir scheitern, bedeutet dies in der eigentlichen Bedeutung des Wortes nur, dass Dinge in Scheite gespalten werden. Durch dieses Aufspalten kommt so manches an die Oberfläche, das wir vielleicht anders nie zu sehen bekommen hätten. Wir werden gezwungen innezuhalten. Hinzuschauen. Genau zu prüfen. Krisen bieten uns oftmals die Möglichkeit, unser Leben genauer zu durchleuchten.
Gerade durch Zeiten der Krise haben wir die Chance,, uns selbst näher zu kommen und uns selbst zu entdecken. Wer bin ich? Was will ich? Was sind meine Ziele?
Mein Rettungsring – um aus misslichen Lagen wieder rasch herauszufinden – hat sich eigentlich durch all die vergangenen Erlebnisse fast wie von selbst entwickelt.
Krisen helfen uns, in die eigenen Tiefen zu gehen.

Dies geschieht jedoch nur, wenn wir die Krise als eine Chance annehmen und uns fragen: Welche Lehre hat sie für mich? Was lerne ich daraus? Und auf welche Weise macht sie mich stark? Wie will ich leben? Und vor allem wofür?
Allein wenn ich mir diese Fragen stelle, geschieht etwas sehr Erstaunliches. Ich bin nicht länger hoffnungslos oder wütend oder traurig, sondern in mir entsteht – mitten im ganzen Chaos – auch das Gefühl von Mut, Kraft und Würde.

Allein diese Fragen, allein dieser Rettungsring, den ich mir selbst umlege, führt mich oftmals rasch aus der Hilflosigkeit heraus.
Wenn andere um mich herum nervös werden, ausrasten und keinen klaren Gedanken mehr fassen können, versuche ich mich stets mit beiden Händen an meinem Rettungsring festzuhalten. Ich sehe immer den kleinen Türspalt, der zur Lösung führen könnte. Wenn andere auf dem Glatteis Sprünge veranstalten, muss ich dann mit ihnen einbrechen? Oder kann ich sie womöglich vom Eis holen?
Ob ich diese Weitsicht wirklich immer schaffe? Nö. Gar nicht. Iwo. Schön wär´s! Aber wie heißt es so schön? Immer öfter. Ich nehme einfach dieses Kapitel mit, wenn mich das Leben mal wieder kalt erwischt. Und dann? Dann lese ich es mir in aller Ruhe durch.

Denn dafür sind doch Rettungsringe da. Um sich daran festzuhalten.
Manchmal denke ich auch noch an dieses außergewöhnliche Weihnachten. Oder an andere Krisen, die ich bereits gemeistert habe. Allein das hilft mir, wieder zu lächeln und zu sagen: „Jetzt erst recht.“

Schon nach kurzer Zeit nehme ich dann dankend das Leben an. Vor allem aber nehme ich auf diese Weise sofort wieder am Leben teil, das mich zu neuen Aufgaben und zu neuen Türen führt, die ich so – vorher – noch gar nicht gesehen hatte oder kannte.


Interview

Warum Lachen zu können ein so großes Geschenk ist

Ich habe mal eine Studie gelesen, dass Frauen als wichtigstes Kriterium in der Partnerschaft ankreuzen, dass der Partner sie zum Lachen bringen soll. Und ich toller Super-Tarzan kann das! Bin ich froh! Lachen verbindet und lässt vergeben und vergessen. Das macht gute Laune, schüttet Glückshormone aus und bringt Freude. Lachen. Lachen. Lachen. Es gibt täglich tausend Grunde, um zu lachen – oder sich zu ärgern … der ganz alltägliche Wahnsinn lässt sich mit Humor viel besser ertragen. Wie komisch sind doch Männer. Wie lustig sind doch Frauen. Wenn Paare mehr über ihre Unterschiede lachen könnten, statt zu streiten, gäbe es mehr glückliche Ehen. Unser Rettungsring? Lachen. Was für eine glückliche Fügung, dass ich Michaelas Lachen als Rettungsring in meinem Leben habe – in seinem Klang höre ich das glucksende kleine Mädchen, welches staunend in die Welt blickt. Lerne das Staunen wieder! Und zwar mit unglaublich viel Humor. Und bring dich und andere wieder zum Lachen.

Warum Glücklichsein mit Loslassen beginnt
Genauso, wie wir unsere Mitmenschen betrachten, betrachten wir auch uns selbst. Betrachten wir uns kritisch, dann betrachten wir nicht nur unsere Mitmenschen mit diesem Fokus, sondern wir befinden uns in Resonanz mit all jenen, die ähnlich agieren. Das bedeutet: In unser Leben werden immer mehr Menschen treten, die ebenso kritisch, missmutig oder aber mit dem Leben nicht zufrieden sind. Andere spiegeln also unsere eigenen Charakterzüge wider. Betrachten wir in anderen nur die Seiten, die mangelhaft erscheinen, bringen wir auch uns selbst in Resonanz mit dem eigenen Mangel. Wir wecken also gerade dies in uns. Wir könnten uns ebenso gut auf die strahlenden Seiten unserer Mitmenschen konzentrieren, denn dann kitzeln wir auch diese Elemente in uns wach. Wir fühlen uns nicht nur wesentlich besser, wir werden auch mental stärker. Das Wundervolle daran ist, dass andere nun ebenfalls auf uns in dieser Weise reagieren. Auch sie werden in uns das Positive sehen wollen.

Warum Streiten eine wichtige Form der Kommunikation ist
Wenn ich gefragt werde, ob die Beziehung zwischen Pierre und mir denn immer nur harmonisch verlaufe, dann antworte ich mit einem entschiedenen „Nein!“. Bei uns zu Hause geht es sehr temperamentvoll zu – fast italienisch. In einer guten Partnerschaft sollte jede Form von Emotion und Kommunikation stattfinden dürfen. Auch der Streit. So kann ein guter Streit wie ein Gewitter wirken: Er reinigt die Beziehungsluft und nimmt die Spannung heraus. Wenn Streiten nicht als ganz natürlich behandelt wird, dann gibt es irgendwann einen großen Knall, wie bei einem Druckkochtopf, aus dem der Dampf nicht abgelassen wurde. Paarpsychologen wissen: Beziehungen, in denen gestritten wird, sind wesentlich stabiler als solche, in denen vieles nicht ausgesprochen wird. „Du kannst mich einfach nicht verstehen!“ Warum? Das eigentliche Problem beim Streiten liegt meist nicht am Inhalt oder Thema des Gesprächs, sondern daran, wie miteinander gesprochen wird. Streit kann ein guter Rettungsring innerhalb von Beziehungen sein, denn wie sagte Goethe so treffend: Was nicht umstritten ist, ist auch nicht sonderlich interessant.

Warum Erfolg ist, wenn das Leben gut gelingt
Wenn ich Menschen frage: „Was ist Erfolg für dich?“, bekomme ich sehr unterschiedliche Antworten, wie: berufliche Karriere, Eltern zu werden, Freunde zu haben, berühmt zu sein, Geld zu haben, gesund zu bleiben etc. Viele Menschen aber setzen sich gar nicht mit dem Thema „Erfolg“ auseinandersetzen. Sie sind so beschäftigt, Misserfolge und Fehler zu vermeiden, dass ihre Kräfte völlig dezentralisiert sind. Ich habe mir schön früh folgende Fragen gestellt, die ich jetzt auch an dich stelle: „Was bedeutet Erfolg für dich persönlich?“ „Wer sind deine Vorbilder, wen bewunderst du, und warum?“ Frage dich, welche Eigenschaften es sind, die dich an dieser Person inspirieren. Welche kannst du übernehmen? All diese Fragen begleiten dich auf dem Weg zum Erfolg. Ganz am Anfang steht natürlich die wichtigste all dieser Fragen: Vielleicht bist du schon längst erfolgreich? Kannst du wahrnehmen, dass du bereits erfolgreich bist? Das Leben ist eine Herausforderung, und es ist ein Erfolg, es zu meistern. Mit all seinen Höhen und Tiefen, Freuden und Rückschlägen.
Warum es gut ist, den kleinen Zweifler in sich zum Freund zu machen
Du kennst sicher den kleinen Zweifler in dir? Diese Gedankenstimme, die uns pausenlos auf unsere Fehler und Unzulänglichkeiten hinweist? Die uns auf Probleme, Schwierigkeiten und Hürden aufmerksam macht? Die uns sagt: „Die anderen sind viel besser, schlanker und talentierter als du!“ Hör nicht auf den Zweifler in dir. Und vor allem: Vergleiche dich nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und unersetzlich. Auch du hast ein ganz besonderes Talent. Kennst du es? Lebst du es aus? Wenn du nicht auf Anhieb eine Antwort auf diese Fragen findest, lass dir Zeit. Frage dich: Was mache ich gerne? Und hör nicht auf, in dir nach der Antwort zu suchen. Bleib dran! Bleib dran! Überlege dir, was dich immer wieder aufs Neue neugierig macht. Schreib dir eine Liste zusammen mit all den Tätigkeiten, Hobbys und Dingen, die du gerne machst. Und hol sie hervor, wenn dich der kleine Zweifler besucht. Zeige sie ihm und verbünde dich mit ihm. Lies dir die Liste aufmerksam durch, konzentriere dich auf deine Fähigkeiten und benutze sie als Rettungsring gegen deine Zweifel.

Warum eine kleine ICH-Zeit Wunder bewirkt
Zeiten, die wir nur für uns reservieren, machen uns glücklich. Ich bin irgendwann unausgeglichen und werde unzufrieden, wenn ich länger keine Zeit mehr für mich hatte. Dabei kann es ganz leicht gehen, wertvolle Momente für sich selbst zu kreieren, den eigenen Lieblingsplatz aufzusuchen oder seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Ein Mal in der Woche reserviere ich Zeit nur für mich. Zeit, die ganz mir alleine gehört. Dann tue ich nur Dinge, die mir Spaß machen. Ich liebe es, durch die Stadt zu bummeln, in die Schaufenster zu schauen und mich von der bunten Vielfalt inspirieren zu lassen. Genauso schön ist es, in meinem Lieblingscafé zu sitzen und die vorbeiströmenden Menschen zu beobachten. Oder in meine Lieblingsbuchhandlung zu gehen und in die Welt der Bücher abzutauchen. Oder auf dem Sofa zu liegen und die Lieblings-DVD zum zehnten Mal anzusehen oder mir Blumen zu schenken. Diese Ich-Zeiten sind kostbar, weil sie so selten sind und uns gleichzeitig so viel geben. Sie sind mein Rettungsring im Alltag.

Warum auch Krisen sehr schön sein können
Ach! Deine Mutter ist zu Besuch? Drei Wochen?! Nein, kein Problem, dass du mir so kurzfristig wieder absagst. Ein Wasserrohrbruch? In meiner neuen Küche? Wer von uns kennt solche Momente nicht? Tiefschläge gehören zu unserem Leben. Auch wenn es uns noch so gewogen ist, werden wir immer wieder – manchmal vollkommen unvorbereitet – ausgebremst. Aber werden wir wirklich gebremst? In solchen Momenten lese ich gerne Biografien erfolgreicher Menschen. Dann wird mir schnell wieder klar: Zu jedem Erfolg gehört auch Misserfolg. Das Leben erfolgreicher Menschen verlief stets im Zickzack. Nie waren die Verhältnisse für sie einfach. Im Gegenteil. Scheinbar brauchten sie die, um überhaupt die Kraft zu finden, über sich hinauszuwachsen. Fällt uns alles in den Schoß, entwickeln wir nicht die Fähigkeiten, mögliche Krisen zu meistern. Nur wer auch Niederschläge erfahren hat, immer wieder aufgestanden ist, gelernt hat, Hürden zu übersteigen, wird nicht mehr vor möglichen Gefahren, die das Leben zu bieten hat, zurückschrecken. Was soll ihm denn noch passieren? Er hat schon viel erlebt und weiß, dass er stark und klug genug ist, Krisen zu überstehen.

Warum schlafen ein wichtiger Seelentröster ist
Ein Ayurveda-Arzt sagte einmal zu mir: „Ein guter Schlaf ist besser als gutes Essen.“ Bei all den Verpflichtungen und Herausforderungen im Alltag sollten wir unbedingt auf regelmäßigen und ausreichenden Schlaf achten. Denn die innere Harmonie im Menschen stellt sich nur ein, wenn alle seelischen und körperlichen Funktionen im Gleichgewicht sind, und dabei spielt der Schlaf eine ganz entscheidende Rolle. Es heißt nicht von ungefähr, Schlaf ist Medizin. Wir Menschen brauchen den Schlaf wie die Luft zum Atmen. Schlafen ist unsere Auszeit, unsere körperliche und geistige Erholung und eine der wertvollsten Oasen der Entspannung, die es für uns gibt. Im Schlaf regenerieren wir uns von den täglichen Anstrengungen, und im Traum verarbeiten wir die Geschehnisse des Tages. Außerdem nutze ich die Einschlaf- und die Aufwachphase, um mich ganz aktiv in meine Vision hineinzuträumen. Ich genieße es, meine Wunschbilder zu formen und regelrecht mit ihnen herumzuspielen. Vor meinem geistigen Auge plane ich, spreche mit Menschen, überlege Strategien, träume in meine Ziele hinein und spüre, wie sie Form annehmen.

Warum Begeisterung lebensfroh macht und ansteckend wirkt
Lass deiner Phantasie freien Lauf und mach eine Liste mit Dingen, die du noch erleben möchtest . Bist du schon einmal Heißluftballon geflogen? Hast du alle exotischen Früchte probiert, die es auf dem Wochenmarkt gibt? Mach einen Tanz- oder Malkurs! Was immer dir einfällt, tu es! Überschreite deine „Ich-trau-mich-nicht-Grenze“! Erwecke das magische Kind in dir! Finde heraus, worauf du noch neugierig bist. Sei wieder gierig auf das Leben, das Neue, das Unerwartete! Sei mutig und überrasche dich selbst! Aussteigen aus der Routinefalle, das ist der beste Rettungsring gegen Monotonie, Langeweile und Frust im Alltag! Routine lässt uns emotional und geistig verkümmern, bis wir kraftlos sind und die Sinnhaftigkeit unseres Lebens nicht mehr spüren. Schau dich an, betrachte deine Wünsche und Sehnsüchte, dann weißt du, was dich motiviert – oder demotiviert. Entscheide dich, wach zu sein und deine Kreativität zu bejahen. Mein Rettungsring-Zitat in diesem Falle ist: Such nicht nach dem Sinn des Lebens, gib ihm einen!

Warum positive Kontakt mit der Vergangenheit hilft
Wir müssen uns mit unserer Vergangenheit nicht abfinden. Aus der Hirnforschung weiß man, dass wir unsere alten Überzeugungen und Bewertungsmuster auflösen und neue, förderliche Überzeugungen aufbauen können. Dazu solltest du zunächst all die verletzenden Sätze, die du über dich denkst, aufschreiben. Wie z. B.: „Du bist furchtbar, du hast zwei linke Hände“. Anschließend nimm dir den Satz vor, der noch heute den wesentlichsten Einfluss auf dich hat. Nun schließe die Augen und frage dich, wer diesen Satz zu dir gesagt hat. Wenn du das ein paar Mal machst, werden rasch Bilder, Gerüche, Töne oder Worte in dir entstehen. Hierbei geschieht etwas ganz Wesentliches: Dir wird klar, dass dieser Satz über dich „nur“ gesagt wurde und du es bist, der sich damit „nur“ identifiziert hat. Das bist gar nicht du selbst! Das wurde nur irgendwann einmal über dich behauptet. Gib also all das, was nicht zu dir gehört, wieder voller Dankbarkeit an die Menschen zurück, die deinen kleinen Rucksack vollgemacht haben. Bedanke dich, dass dieser kleine Rucksack so lange dein Leben begleitet hat, und beschreitest ab jetzt ein neues, anderes und freies Leben. Dein Leben!
Warum Schattenseiten in der Partnerschaft heilsam für die Seele sind
Die Konfrontation mit unseren Schattenseiten hat nur einen einzigen Sinn: erwachsen zu werden und Heilung zu erfahren. Jede starke emotionale Reaktion auf etwas – ob wütend, traurig oder euphorisch -, hat mit uns zu tun. Unser Partner piekst uns nur genau da, wo es wehtut und macht uns ganz unbewusst auf all das aufmerksam, was bei uns noch nicht in Balance ist. Das gefällt uns nicht, haben wir doch lange versucht, gerade diese Dinge zu verdrängen. Waren wir vielleicht anfangs noch überzeugt davon, endlich den absolut richtigen Partner gefunden zu haben, so sind wir nun absolut davon überzeugt, diesmal garantiert den falschesten Partner gefunden zu haben. Ein Rettungsring in unserer Ehe ist die Tatsache, dass wir den anderen so akzeptieren, wie er ist, und dass wir uns dem anderen ganz offen und ehrlich zeigen – mit unseren Licht- und Schattenseiten. Wir lassen uns auf den anderen immer wieder neu ein – das ist meiner Meinung nach die beste Basis für eine funktionierende Liebesbeziehung. Und ja, Frauen sind halt anders. Und mein Gott ja, Männer auch. Und ist nicht gerade das wunderbar?

Warum es wichtig ist, seine wahre Berufung zu finden
Hast du schon einmal jemanden dabei beobachtet, wenn er etwas tut, das seinem Naturell entspricht und ihn begeistert? Die Augen strahlen, und dieser Mensch blüht bei seiner Beschäftigung auf. Es ist inspirierend, zu sehen, wie er sich seiner Aufgabe hingibt, weil er seiner Berufung folgt und sich selbst verwirklicht. „Love it or leave it“ – Liebe es, oder lass es. Wenn man seine Aufgabe nicht liebt, sollte man seine Einstellung dazu verändern oder die Aufgabe wechseln. Lieben, was man tut, das begeistert und motiviert, die Ideen sprudeln und die eigene Inspiration steckt auch das Umfeld an. Wenn wir innerlich strahlen, sind wir charismatisch und begeistern auch die Menschen um uns herum. Finde für dich heraus, was dich wirklich interessiert. Worauf bist du am meisten neugierig? Erinnere dich an deine Kindheitsträume. Was wolltest du werden? Entdecke deine verborgenen Talente und mach dir deine Fähigkeiten bewusst, um herauszufinden, was deine eigentliche Aufgabe im Leben ist. Die eigene Aufgabe zu finden, bedeutet, so lange zu suchen, bis du sie gefunden hast!